Über mich
Ich...
… bin zu einer Zeit geboren, als das Fernsehen noch schwarz-weiß war und man entweder auf der einen oder auf der anderen Seite der innerdeutschen Mauer gelebt hat.
Heute lebe ich dort, wo ich damals nie hingekommen wäre, während viele andere – im Kleinen wie im Großen – versuchen, die Welt nach ihrer je eigenen Vorstellung von Ordnung neu aufzuteilen. Das Fernsehen ist nunmehr nicht nur in Farbe, sondern in RGB und HD. Aber ich mag das Fernsehen nach wie vor nicht und vermisse es auch nicht, wenn ich stattdessen abends einfach nur so in meiner Küche sitze und meinem Kater beim Trinken zuschaue und zuhöre. Im Hintergrund rumort die Waschmaschine, die Nachbarin unter mir hustet und dieses kleine, lebendige Tier trinkt und macht gemeinsam mit dem Wasser im Napf ein lustiges, lebensfrohes und seltsames Geräusch. Dann staune ich darüber, dass es mich und alle diese Dinge und Geräusche, Lebewesen und Empfindungen gibt. Wäre es nicht viel logischer und naheliegender, dass es sie nicht gäbe? Und wie kommt es, dass das Leben manchmal wunderschön ist?
Ich wäre gern Schäferin oder Hutmacherin geworden. Stattdessen habe ich Soziologie, Germanistik und Kunstpädagogik studiert und dabei entdeckt, dass ich liebend gerne Briefe schreibe. Aber wer schreibt heute schon Briefe? Ich zumindest finde höchst selten die Zeit dafür. Dabei ist diese Zeit, in der man Briefe schreibt oder schöne Texte, von anderer Qualität, ebenso die Zeit, die man sich nimmt, um sie zu lesen. E-Mails, Kurznachrichten, Telefonate können das einfach nicht, Blogbeiträge vielleicht schon.
Deshalb beschäftigt mich aktuell die Frage, wie man anderen Menschen, ob nun erwachsen oder noch schulpflichtig, die Schönheit dieser Stille, in der man entdecken kann, wie staunenswert alles ist, vermitteln kann – obwohl in diesem Moment nichts los zu sein scheint, nur der Kater ist von seinem Platz auf dem Sofa aufgestanden, um etwas Wasser zu trinken und die Waschmaschine wechselt in den zweiten Spülgang, während draußen hinter den Häusern die Sonne ungesehen untergeht.
Was wird morgen mein erster Gedanke sein, wenn ich aus dem Schlaf erwache ?
| 2025 – heute | Wissenschaftliche Mitarbeiterin (PostDoc) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg |
| 2024-2025 | Klosterauszeit |
| 2024 | Promotion an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg |
| 2016 – 2023 | Promovendin und wiss. Mitarbeiterin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg |
| 2015-2018 | Lehrkraft (Kunst/Deutsch) für die RS-Prüfungsklasse an der Freien Waldorfschule Wendelstein |
| 2015 | Erstes Staatsexamen, Unterrichtsfächer Kunst und Deutsch, an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg |
| 2014 | Magister Artium Soziologie/Germanistische Linguistik und Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg |
| 2009-2013 | Lehramtsstudium für Realschule an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg |
| 2002 – 2009 | Elternzeit |
| 1996-2016 | freiberuflich als Bildungsreferentin für Gewaltprävention und Trainerin für feministische Selbstverteidigung für Mädchen und Frauen (WenDo) tätig sowie als Kursleiterin für künstlerisch-kreative Kurse |
| 1991-1998 | Studium Geisteswissenschaften: Soziologie, Religionsphilosophie und Germanistik an der Technischen Universität Dresden |
| 1990-1991 | Technisches Studium: Maschinenbau/Werkstofftechnik an der Technischen Universität Dresden |
| 1990 | Facharbeiterabschluss Holztechnikerin/Holzmechanikerin mit Abitur |
Publikationen
Lilienstein, P. (2025): Das Bild einer/eines Fremden: Fremdheitserfahrungen und implizites Wissen in assoziativ gestalteten Bildern. München.
Lilienstein, P. (2025): Das >Fremde< als Konzept und Inspiration für ästhetische Erfahrungen. In: Plaum, G./ Miller, M. (Hrsg.): Bilddidaktik. Lehren und Lernen von und mit Bildern. Bielefeld, S. 193-202.
Lilienstein, P. (2025): Künstlerische Produktion und ästhetische Erfahrungsbildung aus kunstpädagogischer Perspektive. In: Handbuch Soziologie der Künste, herausgeben von Aida Bosch, Lutz Hieber und Christian Steuerwald, Springer-Verlag.
Lilienstein, P. (2022): Wenn die Schönheit in dir wohnt… Künstlerisches Projekt-Seminar. Erlangen: FAU University Press (https://doi.org/10.25593/978-3-96147-456-1).
Lilienstein, P. (2022): >>Mein Bagger-Panzer<< In: Blohm, Manfred (Hrsg.): In psychotherapeutische Kontexte eingebettete Bilder und Objekte. Kunsttherapeutische Fallbeispiele Hannover, S.93-95.
Lilienstein, P. (2022): „Der Fremde“ im Bild. Analyse einer bildnerischen Aufgabenstellung. In: IMAGE Zeitschrift für interdisziplinäre Bildwissenschaft, hrsg. Gesellschaft für Interdisziplinäre Bildwissenschaft, IMAGE 35, 1/2022, S.28-45 (http://www.gib.uni-tuebingen.de/image/image).
Lilienstein, P. (2021): Ästhetische Wahrnehmung – Online? In: BDK INFO, Zeitschrift des Fachverbandes für Kunstpädagogik in Bayern, 30/2021, S.58-61.
Lilienstein, P. (2019): >>… ich bin nichts weniger als eine Künstlerin, aber ich habe es mit Ehrfurcht und Liebe getan.<< Edith Stein und die Zeichnung von Johannes vom Kreuz. In: Edith Stein Jahrbuch 2019, Band 25, Würzburg, S.32-37.
Lilienstein, P. (2012): Menschen ansehen – Josef Forster. (2012) In: Loemke, Tobias/Liebmann-Wurmer, Susanne: IN/OUTsiderArt. Studierende der Kunstpädagogik im Dialog mit der Sammlung Prinzhorn, Erlangen: FAU University Press, S.38-39. (https://open.fau.de/items/24d1c49c-e3d5-4a4b-8918-d8596e0c980).
Vorträge
The Work of Art is Looking at Us. Online-Workshop hosted by The Virginia Theological Seminary, im Rahmen des Postgraduierten-Programm EDUCARE ED ESERCITARE. LO SPAZIO DELLA CONOSCENZA. Fondare la Transdisciplinarità e Transculturalità nello ‘Sguardo di Cristo’ di Romano Guardini, Rom, 13.01.2022.
Der Unterschied zwischen Zeigen und Meinen. Workshop. Fachtagung – Bilddidaktik,Gesellschaft für interdisziplinäre Bildwissenschaft, PH Ludwigsburg, 8.10.2021.
Mit anderen Augen gesehen. Vortrag und Workshop, Edith-Stein-Einkehrnachmittag, Konvent Unbeschuhte Karmeliten, Wien, 27.1.2018.
Vortrag über das Kunstpädagogische Projekt mit unbegleiteten geflüchteten Jugendlichen. Vortrag, Trinationale Arbeitstagung zu Transkultur und Flucht in Bildnerischem Gestalten (CH), Kunstpädagogik (D) und Bildnerischer Erziehung (A), Pädagogische Hochschule Thurgau, Kreuzlingen am Bodensee (CH), 30.09.2017.
Vortrag über das Kunstpädagogische Projekt mit unbegleiteten geflüchteten Jugendlichen. Kunstpädagogischer Tag 2017, Friedrich-Alexander-Universität, Nürnberg, 25.01.2017.
Dr. Pia Lilienstein
Mitgliedschaften
- Mitglied im Fachverband für Kunstpädagogik (BDK)
- Vorstandsmitglied bei Edith-Stein-Gesellschaft Deutschland e.V.
- Mitglied bei Edith-Stein-Gesellschaft Österreich e.V.
- Mitglied im Verein zur Erhaltung der Frauenkirche Nürnberg e.V: